Pilze haben immer Saison

Artikel von Mag. Dr. Andrea Hrastinger

Woran denken Sie, wenn Sie das lesen? An die wohlschmeckenden, begehrten Steinpilze? Der Herbst ist die Zeit zum Wandern, hier und da kann man auch noch einige wunderbare Exemplare dieser Art finden. Leider haben Steinpilze nicht immer Saison, umso mehr aber die Erreger des Fuß- und Nagelpilzes (Haut- und Onychomykosen), die lästigen Plagegeister, denen man oft monatelang den Kampf ansagt und sie doch nicht leicht besiegt.

Die gesunde, intakte Haut produziert Feuchtigkeit, aber auch eine Reihe von Substanzen, die sich wie ein schützender Film auf der Oberfläche verteilen. Es handelt sich dabei um Fette (Lipide), die aus den Hauptkomponenten Triglyceriden, Fettsäuren, Wachsen und Squalen bestehen. Der schützende Lipidfilm an der Hautoberfläche ist eine Art Schutzschichte gegen Krankheitserreger, da er eine milde antibakterielle und fungizide Wirkung aufweist. Außerdem zeichnet sich die gesunde Haut durch einen leicht sauren pH-Wert aus (pH5-6).

Durch zu häufiges Duschen/Baden mit austrocknenden Duschgels oder durch Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, kann die Haut extrem austrocknen, der natürliche Schutzmantel wird zerstört und die Haut wird anfällig für Krankheiten. Der Haut- und Fußpilz werden durch infizierte Hautschüppchen oder durch Kontakt mit erkrankter Haut übertragen, in Schwimmbädern vor allem vor den Fußdesinfektionsspendern, denn dort tummeln sich die Pilzsporen!

Wir beraten Sie gerne, wenn Sie Medikamente für Ihren individuellen Bedarf benötigen

Ist der Pilz einmal manifest, muss man ihn rasch behandeln. Zur Verfügung stehen die äußerliche (topische) Therapie mit diversen Cremes, Sprays oder ätherischen Ölen, die antimykotisch wirken, oder aber die orale Therapie (Einnahme von Tabletten), die Ihnen Ihr Arzt nach seinem Ermessen verordnet. Der Nagelpilz ist noch schwerer zu bekämpfen, weil er sich in die Nagelplatte einnistet, doch konsequente Anwendung von antimykotischen oder stark sauren Lacken entziehen dem Nagel die Vermehrungsgrundlage. Sehr wichtig ist dabei die Hygiene: Zum Abtrocknen der befallenen Haut nicht das Handtuch verwenden, das dann wieder im Badezimmer für den nächsten Gebrauch aufgehängt wird! Am besten nimmt man Papier-Küchentücher, die man danach leicht wegwerfen kann. Zehenzwischenräume gut trocknen, denn der Pilz liebt es warm und feucht! Fuß- und Nagelpilzsporen werden beim Waschen erst bei 60°C abgetötet, für empfindliche Feinwäsche gibt es deshalb antimykotische Wäschespüler, die den Pilzsporen den garaus machen. Nagelbesteck, wie Scheren oder Metallfeilen bitte nach Gebrauch unbedingt desinfizieren!

Bei schwerem Pilzbefall der Haut oder der Nägel, u.U. mit starker Rötung oder Sekundärinfektionen führt Ihr Weg bitte zum Arzt/Dermatologen!
Noch ein kleiner Beitrag, den Sie selbst dazu leisten können: Ernähren Sie sich eher basisch, zuviel Zucker u.a. Kohlenhydrate übersäuern und geben dem Pilz eine wunderbare Wachstumsgrundlage.


Für all Ihre Fragen rund um eine Pilzerkrankung stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung!