Winterblues

Artikel von Frau Mag. Ilse Gruber

Die Tage werden zur Zeit wieder deutlich kürzer, die Nächte kühler und länger, tagsüber weniger Licht und schlechtes Wetter: einige von uns werden im Vergleich zur aktiven Sommerzeit immer müder, antriebsloser und entwickeln einen Riesenappetit auf Süßes. Was ist da los?


Winterblues, was ist das?

Diesen Zustand kennen wir wohl alle: Müdigkeit, gedrückte Stimmung, "Lust-auf-gar-nix", Appetitzunahme und so gar keinen Antrieb sich zu bewegen oder gar Sport zu machen: die Typische Herbststimmung sozusagen. "Es geht einwärts" sagt der Volksmund, wir sind wenig spontan, etwas zu unternehmen, was nicht getan werden muss, bleibt liegen, wir ruhen uns lieber aus und schlafen mehr. Dieser Zustand ist soweit völlig normal, wenn er nicht überhand nimmt und unsere Lebensqualität einschränkt. Menschheitsgeschichtlich ist dieses Zustandsbild einfach zu erklären: in früheren Zeiten ging es darum, die Überlebenschancen zu erhöhen, indem man für die harte Winterzeit Speck ansetzen sollte und zur Ruhe kommen sollte, um nicht zu viel Energie zu vergeuden.
Im Unterschied zur Winterdepression, bei der sehr ähnliche, aber deutlich verstärkte Symptome im Vergleich zum Winterblues vorliegen (Depressionen werden immer ärztlich behandelt, hier endet die Selbstmedikation!) können wir uns mit ein bißchen Disziplin und gutem Willen sehr wohl aus diesem "Kalte- Jahreszeittief" herausholen!

Was passiert da bei dieser leichten depressiven Verstimmung, die Jahreszeitabhängig ist?

In der kalten Jahreszeit haben wir wenig Chance auf Tageslicht im Alltag. Wir stehen auf, wenn es dunkel ist, hören nachmittags auf zu arbeiten, wenn es schon wieder finster wird. An einem strahlenden Sommersonnentag bekommen wir durchschnittlich 100000 Lux ab, im Winter nur etwa 7000! Licht ist ganz essentiell notwendig, um unseren Tag/Nachtrhytmus zu steuern, unsere Stoffwechselvorgänge wie zum Beispiel auch der Blutdruck und der Herzschlag. In unserem Körper wird vermehrt das "Schlafhormon" Melatonin gebildet, dagegen weniger Vitamin D, weniger Serotonin, ein wichtiger Botenstoff in der Reizweiterleitung der Nerven wird ausgeschüttet.
Alles in allem sind als Ergebnis dieser und anderer komplexer Mechanismen in unserem Körper die obengenannten Symptome möglich.


Was kann ich gegen eine depressive Verstimmung in der kalten Jahreszeit unternehmen?

Das Allerwichtigste: weil der Grund für die Symptome wie oben genannt also einfach zu wenig Licht ist: Für mehr Licht sorgen!
Im Idealfall geschieht das natürlich mit Aufenthalten an der frischen Luft, im Freien! Auch ein bewölkter Himmel läßt noch ausreichend Licht durch, um unsere Stimmung zu verbessern, kombiniert mit Bewegung ist das natürlich ideal. Also einfach die Mittagspause für einen flotten Spaziergang nützen.
Abgesehen davon kann man sich für zu Hause auch Tageslichtlampen besorgen, diese ahmen das natürliche Sonnenlicht nach und sollten vor allem morgens verwendet werden.


Idealerweise sollte man seinen Tag auch sinnvoll takten: wer nur dem inneren Drang folgt, sich auf dem Sofa zu verkriechen, wird bald Schwierigkeiten haben mit einem geregelten Tag/Nachtrhytmus.

Sport zu machen, bewußt aktiv zu weden, ist natürlich ideal....vor allem die Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Walken, Wandern heben die Stimmung.
Nicht auf soziale Kontakte verzichten! Auch wenn es vielleicht Überwindung kostet, trotzdem abends noch mal aus der warmen Stube rausgehen, um sich mit Freunden und Familie zu treffen! Fröhliche Stunden miteinander sind einfach unverzichtbar und heben unsere Laune.


Pharmazeutische Hilfe gegen den Winterblues

Wir freuen uns sehr, Sie in der Apotheke kompetent zum Thema beraten zu dürfen. Wir haben die Möglichkeit zwischen fixfertigen Präparaten wie Tabletten, Kapseln, Tropfen zu wählen oder Teezubereitungen anzubieten, gerne auch einzelne Heilpflanzenextrakte in Tropfenform. Je nach Ausprägung der Symptome, Berücksichtigung eventueller Wechsel-und Nebenwirkungen und Ihrer persönlicher Vorlieben können wir auswählen zwischen Heilpflanzen wie dem Johanniskraut, dem Haferstroh, der Griffonia, der Passionsblume, dem Safran, der Rosenwurz, der Melisse, dem Baldrian oder der Taigawurzel.
Homöopathisch kommen Einzel- oder Kombinationsmittel zum Einsatz: von A wie Ambra oder Aurum bis zu Z wie Zincum valerianum.....

Und nicht zu vergessen die orthomolekulare Medizin... im Vordergrund Fertigpräparate mit idealen Kombinationen von Mikronährstoffen bis zu den Monopräparaten mit reinem Vitamin D, wir finden gemeinsam heraus, was Ihnen gut tut und über den Winterblues hinweghelfen kann. Wir freuen uns auf Sie!